Regeln Softball

Softball ist eine Variante von Baseball und eine der beliebtesten Breitensportarten in den USA. Im Gegensatz zum traditionell männerdominierten Baseball wird Softball häufig von Frauen gespielt. In Deutschland ist der organisierte Ligaspielbetrieb ausschließlich den Frauen vorbehalten, aber in den Breitensportligen finden sich häufig gemischt-geschlechtliche Teams.

Grundregeln

Zwei Teams mit jeweils neun Spielern stehen sich gegenüber. Eine Mannschaft spielt im Feld (Defense) und versucht Punkte der Gegner zu verhindern, die andere ist am Schlag (Offense) und kann die Punkte erzielen. Hat die Defense-Mannschaft es geschafft, drei der Gegner „out“ zu machen, wird gewechselt, d. h. die Defense geht jetzt an den Schlag und die Offense-Mannschaft muss ins Feld. Ein Spiel besteht normalerweise aus sieben solcher Durchgänge (Innings).

Genauere Erläuterung zu Regeln und Spielprinzip siehe Baseball.

Unterschiede zum Baseball

Softball-Spielfeld in Karlsruhe. Am Bildrand oben rechts ist ein Baseball-Feld zu erkennen

Bis auf die etwas geringere Größe des Feldes, eine andere Wurftechnik und wenige andere Änderungen gleicht das Spiel dem Baseball. Diese Änderungen sind:

  1. Pitchbewegung: Der Werfer muss den Ball durch einen Unterhandwurf von unterhalb der Hüfte werfen, wobei das Handgelenk nicht weiter vom Körper entfernt sein darf als der Ellbogen.
  2. Spielfeldabmessungen: Die Größe eines Softballspielfeldes ist ungefähr die Hälfte der Größe eines Baseballfeldes:
    Seitenlänge Infield: ca. 18 m (Baseball 27 m)
    Seitenlänge Outfield: ca. 65 m (Baseball 80–100 m)
    Abstand Pitcher-Batter: ca. 13 m (Baseball 18 m)
  3. Ballgröße: Der Softball hat einen Durchmesser von ca. 11,5 cm (Baseball ca. 7 cm).
  4. Die Schläger sind gewöhnlich etwas dünner und leichter. Die Form der Baseballschläger verläuft konisch, während Softballschläger flaschenförmig nach dem Griff dicker werden und dann gerade weiterlaufen.
  5. Im Slowpitch-Softball (siehe unten) ist kein Base Stealing erlaubt.
  6. Ein Designated Player (DP) kann für jeden Spieler eingesetzt werden, nicht nur für den Pitcher.
  7. Der Runner darf die Base erst mit dem Pitch verlassen.
  8. Weitere kleine Regelungen, die Baseball auf das kleinere Feld anpassen.

Slowpitch und Fastpitch

Generell wird zwischen zwei Spielvarianten unterschieden:

  1. Slowpitch-Softball: Diese Variante zeichnet sich durch den Regelzusatz aus, der besagt, dass der Pitch auf seiner Flugbahn einen höchsten Punkt von mindestens 6 Fuß (ca. 1,83 m) durchfliegen muss. Das führt zu langsamen Pitches und damit zu einem extrem schlagbetontem Spiel. Slowpitch ist vor allem Breitensport, wird aber mitunter auch wettkampfmäßig betrieben.
  2. Fastpitch-Softball: Bei dieser Variante gibt es keinerlei Einschränkungen bezüglich der Flugbahn. Schnelles und je nach Spielstärke variantenreiches Pitching ist die Folge. Fastpitch ist vor allem die Wettkampfsportart für Frauen, und seit 1996 in Atlanta für Frauen olympisch, wurde allerdings bei den XXX. Olympischen Spielen in London nicht ausgetragen.

Verwechslungsgefahr

Der Softball-Sport hat keine Ähnlichkeit mit dem in Deutschland als „Softball“ bekannteren tennisähnlichen Freizeit- und Strandspiel, das mit Plastik-Tennisschlägern und einem kleinen, weichen, gelben Schaumstoffball gespielt wird.

Das in diesem Artikel beschriebene Softball wird mit einem kleinen Lederball gespielt, der innen aus Kork und dicht gewickeltem Faden besteht, und nur etwas größer, aber keineswegs „softer“ als ein Baseball ist, sondern aufgrund der Kompression sogar härter. Weil er etwas größer ist, kann er nicht ganz so hart geworfen und geschlagen werden wie ein Baseball. Dazu kommt ein Baseball-/Softballschläger, der einem Tennisschläger überhaupt nicht ähnelt.

Softball in Deutschland

In Deutschland werden nur für Frauen Fastpitch Softball-Ligen offiziell von den Verbänden organisiert. Die höchste deutsche Spielklasse ist die Bundesliga, die in eine Nord- und eine Südgruppe unterteilt ist.

Weitere Ligen, wie z.B. eine deutsche Hochschulliga, sind meist unabhängig von den Verbänden und organisieren sich selbst. Des Weiteren bieten die einzelnen Verbände diverse Mixed-Ligen.

Slowpitch-Softball wird in Deutschland meist unabhängig von Verbänden gespielt. Ambitionierte Freizeitmannschaften messen sich in regelmäßigen Turnieren und Ligen wie der Rhein-Main-Liga. Es gibt allerdings Bestrebungen auch Slowpitch-Softball unter die Decke der Verbände zu bringen. So fanden 2011 zum ersten Mal offizielle, vom DBV anerkannte, deutsche Meisterschaften in der Disziplin statt, die von BéBé’s Kidz, einer in Deutschland lebenden US Amerikanischen Auswahlmannschaft, gewonnen wurde.[1] Auch regional gewinnt Slowpitch an Bedeutung. 2012 wurde bei den baden-württembergischen Hallenmeisterschaften zum ersten Mal auch ein Slowpitch-Turnier ausgetragen. Den Titel sicherten sich die Neuenheimer Feldmeister aus Heidelberg.[2]

Softball als olympische Sportart

Hauptartikel: Softball bei den Olympischen Spielen

Softball war in den Jahren von 1996 bis 2008 viermal als olympische Sportart vertreten, gehörte aber bei den Sommerspielen 2012 in London – ebenso wie Baseball – nicht mehr zum Programm.

Siehe auch

 Portal: Baseball – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Baseball

Weblinks

 Commons: Softball – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege

  1. Erste Offizielle Deutsche Meisterschaft im Mixed Slow Pitch in Mainz zeigt Softball auf hohem Niveau(slowpitch.de)
  2. Ergebnisse BaWü Indoor 2012 (falcons-ulm.de)